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PROMOVIERENDENTAGE zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte
Methoden, Inhalte und Techniken im Umgang mit Streitgeschichte

Doreen Pöschl

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Doreen Poeschl

Kurzbiographie


Jahrgang:
1983

E-Mail:
doreen.poeschl[at]web.de

Promotionsort:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Studienabschlussfach:
Kunstgeschichte und Geschichte

Promotionsbeginn:
2010



Vorstellung des Promotionsthemas


Zwischen Anpassung und Revolte – künstlerische Selbstbehauptung in der DDR

Weder „Hofnarr“ noch „Staatskünstler“ wollte er sein — der Hochschullehrer und Künstler Bernd Göbel.

Im Jahr 1980 nahm Göbel den Ruf zum Professor für Bildhauerei an die Hochschule für industrielle Formgestaltung – Burg Giebichenstein in Halle (Saale) an. In der DDR existierten neben Halle lediglich zwei weitere universitäre Professuren für Bildhauerei. Das erbrachte Göbel einerseits die beinahe ungeteilte Aufmerksamkeit der zuständigen Staatsorgane hinsichtlich seiner Lehre und seines künstlerischen Schaffen. Andererseits platzierte er sich an prominenten Positionen in Gremien und beeinflusste die Entwicklung seines Faches. Entgegen der staatlichen Erwartung trat Göbel nie der SED bei. Selbst nach der Präsentation seiner Büste von Wolf Biermann entzog das Ministerium für Kultur ihm nicht den Lehrauftrag. Stattdessen folgten die Berufung zum Jurymitglied in die Auswahlkommission der großen DDR-Kunstausstellungen in Dresden und der Erhalt von staatlichen Aufträgen. Warum brandmarkte die SED-Regierung ihn nicht zum Klassenfeind?

Die Kunsthistorikerin Doreen Pöschl analysiert in ihrer Studie, inwieweit diese Ambivalenz ein gewolltes Machtinstrument war oder ein Zeichen der Diskrepanz zwischen Herrschaftsanspruch und -praxis im autoritären Regierungsapparat der DDR. Bernd Göbel steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Er vereint in einer Person den Selbstbehauptungsdrang und die Individualität des Künstlers mit der systemimmanenten Berufung zum Hochschullehrer.




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