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PROMOVIERENDENTAGE zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte
Methoden, Inhalte und Techniken im Umgang mit Streitgeschichte

Tina Menke

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Tina Menke

Kurzbiographie


Jahrgang:
1982

E-Mail:
t.menke[at]uni-oldenburg.de

Promotionsort:
CvO Universität Oldenburg

Studienabschlussfach:
Sozialwissenschaften (Diplom)

Promotionsbeginn:
2008

Finanzierung der Promotion:
Stipendiatin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur („Aufbruch 1989“)



Vorstellung des Promotionsthemas


„Frag doch mal den Lehrer!“ Lehrendenvorstellungen über die DDR(-Geschichte) und ihre Bedeutung in historisch-politischen Bildungsprozessen. Ein Beitrag zur Didaktischen Rekonstruktion

Als Unrechtsstaat habe sie die DDR in keiner Weise wahrgenommen, erinnert sich eine Lehrerin in der Schroeder-Untersuchung zum DDR-Bild von Berliner Schülern. Ein Einzelfall – oder teilen Kollegen in den alten und neuen Bundesländern diese Ansicht? Die Sozialwissenschaftlerin Tina Menke widmet sich in der Interviewstudie Denkstrukturen von Lehrkräften. Sie gewährt Einblicke in ein bisher unzureichend beachtetes Feld der DDR-bezogenen Lehr-Lernforschung. Die Autorin sprach in Zeiten der Erinnerung an 20 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung mit zwei Dutzend Lehrenden in Deutschland. Ihr Weg führte sie dabei von der Küste bis in den Thüringer Wald. Sie diskutierte auch mit zwei Gruppen von Referendaren darüber, wie die DDR und ihre Folgen im Unterricht behandelt werden. Unter welchen Aspekten werden Inhalte ausgewählt? Spielen Kriterien wie Biographie oder Alter der lehrenden Person im Umgang mit dem Thema eine Rolle? Welche Absichten verfolgen die Befragten mit der Unterrichtseinheit? Die Arbeit berücksichtigt zudem die Rahmenbedingungen von Unterricht in den verschiedenen Schulformen und Bundesländern. Denn die Lebenswelt einer jungen Hauptschullehrerin in Berlin ist kaum vergleichbar mit dem Alltag eines erfahreneren Berufsgenossen an einem nordrheinwestfälischen Gymnasium. Den Leser erwartet eine Auseinandersetzung mit heterogenen Lehrendenvorstellungen. Interessant sind die Forschungsergebnisse insbesondere für Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung, etwa Anbieter DDR-bezogener Lehrerfortbildungen und Fachtagungen oder Lehramtsausbilder. Die Arbeit besticht durch ihre hohe Praxisrelevanz. Sie benennt wesentliche Leitlinien und optimiert dadurch DDR-bezogene Bildungsprozesse. Historisch-politische Bildung folgt dem normativen Ziel der Herausbildung mündiger Bürger. Sie verdeutlicht unter anderem, dass vergangene Ereignisse in die Gegenwart hineinwirken. Eine Gegenwart, in der sie selbst neuen Herausforderungen begegnen muss, etwa einer zunehmend multikulturellen Schülerschaft. Die Vermittlung eines Themas steht und fällt mit der Schlüsselfigur des Lehrers und dessen subjektiven Vorstellungen. Nicht immer gelingt ihm der Spagat zwischen individuellen Auffassungen und der gebotenen schulischen Neutralität im Sinne eines Überwältigungsver- sowie eines Kontroversitätsgebotes. Die Arbeit soll helfen, unter den gegebenen Voraussetzungen, eine differenzierte Grundhaltung zum Thema DDR zu entwickeln. Sofern Lehrende eine solche Haltung an nachkommende Generationen weitergeben, stärken sie ihre Schüler für die Zukunft.



Eigene Publikationen mit Bezug zum Thema:


Schülervorstellungen und sozialwissenschaftliche Vorstellungen über die DDR. Ein Beitrag zur politikdidaktischen Rekonstruktion, Marburg 2009.




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