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PROMOVIERENDENTAGE zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte
Methoden, Inhalte und Techniken im Umgang mit Streitgeschichte

Franco Lehmann

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Franco Lehmann

Kurzbiographie


Jahrgang:
1981

E-Mail:
Franco.lehmann[at]iwtg.tu-freiberg.de

Promotionsort:
TU Bergakademie Freiberg

Studienabschlussfach:
Neuere und Neueste Geschichte

Promotionsbeginn:
2009

Finanzierung der Promotion:
Beschäftigt an der TU Bergakademie Freiberg



Vorstellung des Promotionsthemas


Die Bergakademie Freiberg zwischen 1989 und 1994 – eine Metamorphose?

Ab 1989 musste sich die Bergakademie strukturell auf den Ideologie- und Systembruch einstellen. Dabei ging es vor allem um die Rehabilitierung von Hochschullehrern, die Abberufung von als belastet geltenden ML Dozenten sowie um die fachlichen Evaluierung, Integritätsüberprüfungen und zum Teil verkürzten Berufungen zu Professoren neuen Rechts.

Doch wie geschah dies? Vor welchen Herausforderungen stand die Hochschule in den einzelnen Phasen der Umgestaltung zwischen 1989 und 1994 und welche neuen Strukturen beziehungsweise Pfade der Veränderung wurden ausgewählt?

Der Autor legt den Schwerpunkt seiner Untersuchung auf die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen beim Hochschulumbau. Weiterhin werden die administrativ-institutionellen Vorschläge zum Umbau der Hochschule, im Wechselspiel der generellen Veränderungen der sächsischen Hochschullandschaft nach 1990, genauer zu beleuchten. Dadurch sollen am Fallbeispiel der Bergakademie Freiberg, die Faktoren und Bedingungen der Umwandlung genau ausgelotet werden. Im Mittelpunkt steht ein akteurszentrierter Forschungsansatz, der besonders geeignet scheint, auf die vielfältigen und virulenten Fragestellungen zu reagieren.

Der Autor gelangt zu dem Ergebnis, dass die Bergakademie zögerlich auf die Veränderungen im Herbst 1989 reagierte. Im Frühjahr 1990 fand die Hochschule den Willen zur Selbstbehauptung und zum offenen Widerspruch gegenüber der SED. Später als an anderen Hochschulstandorten diskutierte sie dann Fragen zur eigenen Rolle und zur Anbindung an das politische System.

Mit der deutschen Wiedervereinigung und dem beginnenden Umbau einer neuen sächsischen Hochschullandschaft musste sich die Bergakademie als Standort behaupten. Zu dieser Zeit war noch nicht klar, ob die Hochschule auch nach 1991 bestehen würde. Der BAF gelang es, sich über das Jahr 1994 hinaus zu behaupten, da sie Hochschulpartnerschaften knüpfte, die Hochschulangehörigen sich bei Fragen der Neugestaltung engagierten und dabei stetig auf das symbolische Kapital und vor allem auf die lange Tradition des Hochschulstandortes verwiesen.




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