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PROMOVIERENDENTAGE zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte
Methoden, Inhalte und Techniken im Umgang mit Streitgeschichte

Johannes Keil

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Johannes Keil

Kurzbiographie


Jahrgang:
1979

E-Mail:
johannes.keil[at]hof.uni-halle.de

Promotionsort:
Humboldt-Universität zu Berlin

Studienabschlussfach:
Politikwissenschaften, Öffentliches Recht

Promotionsbeginn:
2008

Finanzierung der Promotion:
Beschäftigt beim Häfft-Verlag, Deutschen Bundestag und Institut für Hochschulforschung (HoF) Halle-Wittenberg


Vorstellung des Promotionsthemas


Die Aufgaben der Universitäten der DDR bei der Weiterbildung, dargestellt am Beispiel der Humboldt-Universität

Weiterbildung und lebenslanges Lernen haben sich zu bildungspolitischen Schlüsselwörtern entwickelt. Gerade eine Wissensgesellschaft basiere auf beständigem Lernen, damit Forschung und Entwicklung nicht zum Stillstand kommen. Aber diese Einsichten führten im Rahmen der Hochschulreformen bislang nicht zu einem nennenswerten Innovationsschub im wissenschaftsorientierten Weiterbildungsmarkt. Vor allem Universitäten sind überfordert mit der Organisation der Weiterbildung oder kapitulieren schon im Vorfeld. Befürchtungen überwiegen oftmals gegenüber Chancen, auch weil in den Institutionen auf keine praktische Erfahrung zurückgegriffen werden kann.

Hierbei bietet diese Arbeit eine Hilfestellung, indem Funktionen, Abläufe und Schwierigkeiten des Weiterbildungssystems der DDR am Beispiel der Humboldt-Universität beschrieben werden. In der DDR wurde mit der so genannten Dritten Hochschulreform, die 1968/69 begann, auch die Weiterbildung an den Universitäten und Hochschulen völlig neu gestaltet. Die jährlichen Volkswirtschaftspläne der Universitäten enthielten neben der Ausbildung der Direkt- und Fernstudenten exakte Aufgabenstellungen bei der Weiterbildung. Diese fanden sich wieder als Ziele in den Plänen aller Universitätsebenen. Ähnlich wie heute oftmals gefordert, sollte die Weiterbildung gleichrangig mit der Ausbildung an den Universitäten sein.

Die Humboldt-Universität zu Berlin hatte als 'Schrittmacher' unter den Universitäten der DDR die neuen Prinzipien umsetzen. Sie schuf daher in der Folgezeit etappenweise die organisatorischen Voraussetzungen in der Struktur der Universität. Das bedeutete beispielsweise auf der Ebene der Universitätsleitung, dass ein spezielles gleichberechtigtes Direktorat für Weiterbildung eingerichtet wurde. Aber die Dritte Hochschulreform hatte auch viele Schattenseiten. Die Reformen führten zu einer Verbürokratisierung des gesamten Lehr- und Forschungsprozesses. Dies war in der DDR von staatlicher Seite oftmals beabsichtigt, um die staatliche Kontrolle der wissenschaftlichen Arbeit an Universitäten und Hochschulen zu verschärfen.

Die Weiterbildung an den Universitäten war sehr vielgestaltig und hing auch von den Angeboten der Disziplinen ab. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Arten von Weiterbildungsmaßnahmen der Humboldt-Universität einer Darstellung und Analyse unterzogen. Näher betrachtet werden dabei von der Vielzahl der Weiterbildungsarten nur einige, die repräsentativ und charakteristisch nicht nur für die Weiterbildungsmodelle an der Humboldt-Universität, sondern in der DDR bis 1989 waren. Die Darstellung der historischen Weiterbildungsstrukturen und die Aufarbeitung der in der DDR gemachten Erfahrungen mit diesem System eröffnen den abschließenden Blick auf zu etablierende Strukturmodelle für Weiterbildungsangebote an europäischen Universitäten und Hochschulen.



Eigene Publikationen mit Bezug zum Thema:


mit Peer Pasternack: DDR-Hochschulpädagogik und Hochschuldidaktik im Osten. Eine Entkopplungsgeschichte, in: HDS.Journal 1/2010, S. 12-17. https://www.hds.uni-leipzig.de/fileadmin/media/HDSJournal1-2010.pdf


Professoren und Pädagogik? Die Entwicklung der Hochschulpädagogik an der Humboldt-Universität bis 1989, in: die hochschule 1/2010, S. 165-182.


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